Vereinsreise 23.09.18

Die diesjährige Vereinsreise führte uns an einen Ort, der an die grosse Vogelbegeisterung einiger Vereinsmitglieder einen wesentlichen Beitrag geleistet hat. Die kantonale Beringungsstation Subigerberg oberhalb Gänsbrunnen feierte ihr 50-jähriges Jubiläum! Neben prominenten Gästen aus den Birdlife-Sektionen war auch die breite Bevölkerung eingeladen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Für eine Vereinsreise waren leider nur sehr wenige Leute aus dem Verein dabei, neben zwei Vorstandsmitgliedern nur noch fünf Erwachsene und drei Kleinkinder. Dank fünf Gästen aus dem Aargau und der Stadt Solothurn waren wir aber trotzdem ein schönes Trüppchen und vor allem altersmässig ein bunt durchmischter Haufen. In Gänsbrunnen begrüsste unser Exkursionsleiter und Vereinsmitglied Lucas Lombardo alle Anwesenden. Er ist als Kind auf dem Subigerberg dem Vogelvirus verfallen und hat viele Jahre als freiwilliger Helfer jeweils eine Woche im Oktober auf der Beringungsstation verbracht. Der Aufstieg auf den Subigerberg über den Lehrpfad „Husis Reise“ dauerte etwa 1.5h und wir waren froh, dass es – auf der Station angekommen – gleich in der Festwirtschaft weiterging und wir uns ausgiebig stärken konnten. Während einige noch assen oder die Beine hochlagerten, konnten die anderen im Besucherraum der Station zuschauen, wie die gefangenen Vögel beringt wurden. Die Vögel werden vermessen, gewogen und untersucht und erhalten schliesslich einen kleinen Aluring um ein Bein, der eine individuelle Nummer hat und der bei Wiederfund genau dem beringten Vogel und Beringungsort zugeordnet werden kann. Wir sahen Blaumeise, Distelfink, Mönchsgrasmücke und Sumpfmeise (Foto) im Beringungsablauf und konnten ihr eifriges Wegfliegen bei der Freilassung beobachten.

Schliesslich gingen wir selbst auf eine Netztour, die von den HelferInnen der Station jede Stunde durchgeführt wird. Wir wählten die Sonnseite (es gibt zwei Netztouren), die etwas steiler und länger ist, dafür einen wunderbaren Ausblick über das ganze Thalgäu bietet. Der Ausblick war dann in der Tat auch sehr schön, die Netze waren leider aber ausnahmslos leer, etwas, was auf den Nachmittagstouren öfters mal vorkommt. Trotzdem war es schade, dass wir keinen Vogel selbst befreien konnten. Den Leuten auf der Schattseite erging es aber auch nicht besser, so dass wir keinen neuen Vogel beringen konnten. Zum Glück hatten wir vorher ja schon einige Vögel gesehen und wir stiessen mit einem Feierabendbier auf den gelungenen Ausflug an, bevor wir uns wieder an den Abstieg machten. Vielen Dank an den Exkursionsleiter Lucas Lombardo und auch an unser Vereinsmitglied Jonas von Burg, der auf dem Subigerberg arbeitete und mithalf, den ganzen Anlass zu koordinieren. Über den Nutzen der oftmals als altmodisch verschriene Beringung kann aus heutiger wissenschaftlicher Sicht definitiv gestritten werden. Längst gibt es andere modernere Methoden, um den Vogelzug zu erforschen. Was an der Beringung jedoch unumstritten einzigartig ist, ist die grosse Wirkung, die sie auf alle beteiligten Menschen, insbesondere auf Kinder, ausübt. Einen Vogel aus nächster Nähe zu beobachten oder ihn sogar berühren zu dürfen, lässt niemanden kalt und ist für die Sensibilisierung und Begeisterung für unsere Vogelwelt und Natur von grosser Bedeutung. Und so war dann der Satz der fast zweijährigen Maëlle bezeichnend, als sie sagte: „Wenn ich gross bin, will ich das [die Beringung] auch mal machen.“

Infos zu der Beringungsstation Subigerberg findet ihr auf diesem Link.