Heckenpflanzaktion: Der NVVH pflanzt 888 Sträucher

Der Natur- und Vogelschutzverein Härkingen (NVVH) realisierte kurz vor den neuerlichen Einschränkungen des Bundesrats betreffend Versammlungsgrössen noch ein neues Projekt – notabene das grösste Naturschutzprojekt in seiner jüngeren Zeit. 

Auf der oberen Allmend/Rüti in Härkingen unweit des Härkinger Waldhauses wurden drei grosse Heckenstreifen realisiert. Die Länge der neugepflanzten Hecken beläuft sich auf 300m, insgesamt wurden dafür 888 einheimische Sträucher gesetzt. Damit ein so grosses Projekt überhaupt möglich ist, bedarf es einem Zusammenspiel mehrerer Partner. Da ist zum einen die Bürgergemeinde Härkingen, der das Land gehört. Sie hat es an fünf lokale Landwirte verpachtet, die das Land bereits seit der Jahrtausendwende extensiv bewirtschaften. Drei der fünf Landwirte zeigten sich bereit, auf ihrem Landstreifen Hecken pflanzen zu lassen und diese künftig auch zu pflegen. Auch der NVVH wird sich an der Pflege der Hecke beteiligen. Das Amt für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft des Kanton Solothurns war an dem Projekt ebenfalls involviert, indem es in enger Zusammenarbeit mit dem NVVH die Realisation plante und sämtliche Kosten für die Pflanzen übernahm. Damit wird das Gebiet Teil des Mehrjahresprogramms Natur und Landschaft (MJPNL) des Kantons, das zum Ziel hat, zu einem langfristigen, qualitativen Mehrwert für Natur und Landschaft mittels einem grossflächigen Biotopverbund im Kanton Solothurn beizutragen. 

Insgesamt 30 Mitglieder des NVVH versammelten sich am 24. Oktober, um die fast 900 Sträucher zu pflanzen. Das Wetter war perfekt, der Boden nach kräftigem Regen in den vergangenen Tagen aufgeweicht, und der Bodennebel wurde im Verlaufe des Tages von der goldenen Herbstsonne vertrieben. Mit zwei Pflanzlochbohrern wurden sämtliche Löcher anhand den Markierungsschnüren ausgehoben. Nach dem Verteilen der Pflanzen machten sich nun die Vereinsmitglieder an das eigentliche Pflanzen, auch sieben Kinder halfen mit ihren kleinen Schäufelchen tatkräftig mit. 

Die Hecke vernetzt einen abwechslungsreichen Lebensraum und wertet ihn zusätzlich auf. In Zusammenspiel mit den verschiedenen extensiv bewirtschafteten Kulturen wie Heumatten, Hochstammobstbäume und Waldrand, sowie dem angrenzenden Biotop des NVVH und der Kiesgrube wird das Gebiet zu einem vielseitigen Mosaik an unterschiedlichen Habitaten. Nicht nur heimische Tier- und Pflanzenarten werden von dem aufgewerteten Lebensraum profitieren, sondern auch naturinteressierte Personen aus der Gemeinde werden an der geförderten Biodiversität viel Freude finden. Der NVVH bedankt sich bei allen, die dazu beigetragen haben.

Dieser Bericht erschien auch online im Oltner Tagblatt und im Anzeiger Thal Gäu Olten.

Heckenprojekt 2020 in Zusammenarbeit mit dem Amt für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft

Seit der Jahrhundertwende wird auf der oberen Allmend/Rüti, auf dem Land der Bürgergemeinde, auf eine extensive Bewirtschaftung gesetzt. Das Zusammenspiel der verschiedenen extensiv bewirtschafteten Kulturen (Heumatten, Hochstamm-Obstbäume, Waldränder), der angrenzenden Kiesgrube und unserem Biotop, machen das Gebiet zu einem vielseitigen Lebensraum. Um diesen noch mehr aufzuwerten, planen wir mit der Pflanzung von zusätzlichen Hecken das Gebiet noch mehr zu strukturieren und Lebensräume für neue Tiere, zum Beispiel den Vogel des Jahres 2020, den Neuntöter, zu bieten. Die Hecken werden zusammen mit den Rückzugsstreifen (Altgrasstreifen auf den Heumatten) wichtige Vernetzungskorridore für viele Tiere bilden. Für die Umsetzung unseres Projektes sind wir auf die Unterstützung von verschiedenen Seiten angewiesen. Zum einen erlaubt uns die Bürgergemeinde die Realisation auf ihrem Land, zum andern unterstützen drei der Bewirtschafter (Landwirte) des Gebietes das Heckenprojekt und werden die Teilstücke auf ihrem jeweiligen Grundstück betreuen. Der NVVH beteiligt sich natürlich an der Pflege der Hecken. Bei der Planung des Projektes konnten wir auf die Mitarbeit des Amtes für Raumplanung, Abteilung Natur und Landschaft des Kantons Solothurn zählen. Der Kanton betreute in enger Zusammenarbeit mit unserem Präsidenten Peter Jäggi die Planung und Beratung der Landwirte – und er übernimmt die Kosten für das Pflanzgut!

Wir freuen uns über viele helfende Hände!


Samstag, 24.10.20 um 08:00 Uhr beim Waldhaus.
Der Arbeitstag dauert den ganzen Tag. Nach dem Mittagessen arbeiten wir so lange, bis alles erledigt ist. Selbstverständlich kann man auch nur am Morgen oder nur am Nachmittag zum Helfen kommen.

Znüni und Mittagessen werden vom Verein offeriert. 

Mitnehmen: Warme, wetterfeste Kleidung und gute Schuhe, Arbeitshandschuhe sind von Vorteil. Wer kann, bringt sein „Gartenschüfeli“ zum Pflanzen mit. Grosse Pflanzmaschinen zum Vorbohren, etc, sind vorhanden. Die groben Arbeiten werden vom Vorstand erledigt. Alle anderen setzen die total 888 Pflanzen ein!

Ps: Selbstverständlich werden wir uns an alle Vorschriften des BAGs betreffend Corona halten. Da wir draussen arbeiten und essen, werden wir die geforderten Abstände gut einhalten können. Wir bitten alle mitzuhelfen, vielen Dank!



Arbeitstag 04.07.20

Nachdem der letzte Einsatz gegen die Neophyten ein voller Erfolg war, gab es an diesem Samstagmorgen gar nicht mehr so viel zu tun. Trotzdem war natürlich genug Arbeit für alle anwesenden 12 Personen vorhanden. Zuerst wurde das ganze Gebiet nochmals nach Goldruten und Berufskraut durchsucht. Und tatsächlich waren einige wenige grössere Pflanzen noch zu finden, diese waren vor drei Wochen wohl übersehen worden. Meist waren es aber nur kleine Sprösslinge, die v.a. da aufkamen, wo nach dem letzten Einsatz noch Rhizome in der Erde verblieben waren. Die Arbeitsweisen an den beiden Arbeitstagen unterschieden sich folglich stark: Vom grossflächigen Zupfen ganzer Flächen hin zum Rosinen picken einzelner Halme.

Nach der Pause wurden dann auch noch andere Arbeiten erledigt, insbesondere wurde gemäht. Neben dem Waldlehrpfad und dem Platz vor dem Waldhaus mähten wir auch eine Fläche im Biotop selbst.

Nach den beiden Arbeitseinsätzen im Frühling/Sommer können wir nun mit gutem Gewissen sagen, dass in unserem ganzen Gebiet keine einzige Goldrute blühen wird.

Unser Verein verabschiedet sich jetzt in eine ausgedehnte Sommerpause, der nächste Anlass ist unsere Vereinsreise und findet am Sonntag, 13. September statt. Die Reise führt uns an das Hagneck-Delta am Bielersee. Nähere Infos folgen mit einer Einladung per Post.

Einen schönen Sommer mit tollen Naturbeobachtungen wünschen wir euch allen!

Arbeitstag 13.06.20

Am 13. Juni 2020 wurde vom Vorstand ein ausserordentlicher Arbeitstag einberufen, weil der geplante Morgen Mitte Mai aufgrund des Corona-Virus nicht durchgeführt werden konnte. Da sich die invasiven Neophyten aber trotz Lockdown weiter in unserem Biotop ausbreiten und es gut ist, wenn wir das Gebiet im Frühsommer zweimal bearbeiten, um möglichst alle Goldruten am Versamen zu hindern, wurde dieser ausserordentliche Arbeitstag eingelegt. Am 04. Juli findet dann der zweite Einsatz im Biotop statt.

Der Vorstand wurde sehr positiv überrascht, dem spontanen Aufruf waren viele Vereinsmitglieder gefolgt. Kurz nach 8 Uhr konnte unser Präsident Peter über 20 Personen begrüssen, die sich bald an die Arbeit im Biotop machten, um unser Problem mit den invasiven Neophyten wortwörtlich an den Wurzeln zu packen. Der Einsatz in den vergangenen Jahren trägt sichtlich Früchte, die Goldruten sind im oberen Bereich mittlerweile fast ganz zurückgedrängt worden, im Abhang und unteren Teil des Biotops gibt es aber nach wie vor grössere und dichtere Flächen. Dank der vielen Personen kamen wir verhältnismässig schnell voran und die Arbeit ging deutlich leichter von der Hand als auch schon. Auch das Wetter spielte mit, der Boden war feucht, was das Ausreissen der Goldruten und des Berufskrauts erleichtert, gleichzeitig blieb aber weiterer Regen aus und im Verlauf des Morgens kam dann gar die Sonne zum Vorschein. Nach einer ausgiebigen Znüni-Pause machten wir uns gestärkt nochmals an die Arbeit und schafften tatsächlich eine Premiere. Bereits am ersten Neophyten-Arbeitstag des Jahres konnten wir die gesamte Fläche komplett von Hand bearbeiten und sämtliche Neophyten auszupfen. Vielen Dank an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben! Beim nächsten Arbeitstag in drei Wochen gilt es nun nur noch die nachgewachsenen und evtl. übersehenen Pflanzen auszureissen.

Es gibt aber noch weitere positive Nachrichten zu vermelden! Zum ersten Mal seit der aktuelle Vorstand die Arbeitstage leitet, konnte eine Orchidee in unserer Fläche festgestellt werden. Und dann gleich noch zwei verschiedene Exemplare. Einerseits das Fuchs‘ Geflecktes Knabenkraut und anderseits das Grosse Zweiblatt. Unsere Bemühungen, das obere Gebiet des Biotops möglichst offen zu gestalten, scheinen sich auszuzahlen. Das macht Freude! Weiter konnten auch noch einige spannende Insekten- und sonstige Tierarten konnten gesichtet werden, wie beispielsweise eine Raupe des Nachtpfauenauges oder zwei Exemplare des Gefleckten Schmalbocks (siehe Fotos).

Wir freuen uns über diesen schönen Arbeitsmorgen und hoffen, dass auch der Arbeitstag in drei Wochen ein voller Erfolg wird.

Arbeitstag 16.05.20

Aufgrund der aktuellen Corona-Massnahmen des Bundes war es uns nicht möglich, einen normalen Arbeitstag durchzuführen. Der Vorstand hat deshalb beschlossen den Arbeitstag für die Vereinsmitglieder abzusagen. Stattdessen traf sich nur der Vorstand und erledigte die wichtigsten Arbeiten selbst. Dabei ging es in erster Linie um das Ausmähen des Waldlehrpfads, sowie das Putzen der Schilder. Weiter wurde der Materialraum wieder einmal richtig gründlich aufgeräumt und Leergut entsorgt.

Anschliessend setze sich der Vorstand zu einer Sitzung zusammen. Es wurde beschlossen, den ausgefallenen Arbeitstag am 13.06.20 nachzuholen – falls die Massnahmen des Bundes dies bis dann erlauben. Die invasiven Neophyten im Biotop wachsen auch im Lockdown unbeirrt weiter, es wäre wichtig dass wir 1. zweimal im Gebiet arbeiten könnten und 2. möglichst viele Leute sind. Zu sechst Neophyten auszupfen, macht weder besonders Spass, noch kommt man richtig vorwärts.

Wir würden uns sehr freuen, wenn der ausserordentliche Arbeitstag am 13.06.20 stattfinden könnte und viele helfende Hände teilnehmen würden.

Winterexkursion 16.02.20

Auf dem Holzsteg

Für die diesjährige Winterexkursion des NVVH begaben sich 16 Vereinsmitglieder wortwörtlich auf den Holzweg. Mit dem Zug reisten wir nach Rapperswil an den Obersee, um die dort überwinternden Eiderenten, welche prominent auf der Einladung abgebildet waren, zu suchen. Unser Weg führte uns von Rapperswil aus über den Holzsteg zur Halbinsel Hurden, und anschliessend entlang des Naturschutzgebietes Frauenwinkel bis nach Pfäffikon an den Bahnhof.

Es war eine echte ornithologische Herausforderung, auf dem Holzsteg, welcher bei jeder Bewegung schwankte, Wasservögel mit Fernglas oder Spektiv zu beobachten. Besonders ein Paar Schellenten, welches sich sehr lange beobachten liess, veranlasste uns zu einer längeren Pause. Diese Art hat die Besonderheit, dass sie ihre Jungen in Baumhöhlen grosszieht. Sind die Jungen genug gross, werden sie von ihrer Mutter aus der Höhle gelockt und stürzen sich wagemutig in die Tiefe. Ist der Nachwuchs vollzählig unten angekommen, macht sich die ganze Familie auf den Weg zum nächsten Gewässer, das durchaus mehrere Kilometer entfernt sein kann. Nebst den Schellenten entdeckten wir weitere Entenarten wie Tafel-, Schnatter-, Stock-, Kolben- oder Reiherente. Während auf dem Wasser Hauben-, oder Zwergtaucher unsere Aufmerksamkeit auf sich zogen, flogen uns Lach- und Mittelmeermöwen um die Ohren. Auch häufige Vögel wie zum Beispiel den Kormoran schauten wir uns genauer an und waren ob seinem, im Sonnenlicht in allen Farben schillernden Federkleid, sehr beeindruckt. Beinahe am Ende des Holzstegs entdeckten wir dann endlich mehrere Eiderenten, welche direkt neben dem Holzsteg ihr Balzritual vollführten. Dabei legten die prächtig gefärbten Männchen ihren Kopf in den Nacken und gaben dabei ein gurgelndes Geräusch von sich. Gegenteilig zu den unübersehbaren Männchen sind die weiblichen Eiderenten, wie bei vielen Vogelarten, sehr unauffällig gefärbt. Dies aus dem einfachen Grund, damit sie beim Brutgeschäft möglichst unentdeckt bleiben. Die Daunen, mit denen die Eiderente ihr Nest auspolstert, werden aufgrund ihrer herausragend isolierender Eigenschaft vom Menschen gesammelt, um damit Duvets, Schlafsäcke oder Jacken zu befüllen. Nicht selten wurden in der Vergangenheit auch gleich die Eier aus den Nestern stibitzt, was bei den Eiderenten zu starken Bestandeseinbussen führte. In Hurden angekommen und endlich wieder mit festem Boden unter den Füsse, genossen wir unsere Mittagspause. Beglückt wurden wir dabei von einer Gruppe Kiebitze, welche in den kurzgrasigen Riedflächen des Frauenwinkels nach Nahrung suchten und vier grossen Brachvögeln, welche über unsere Köpfe hinwegflogen. Auf dem letzten Teil unserer Exkursion, welche wie ein Familienausflug anmutete, entdeckten wir dank Peters scharfen Augen in einer grasenden Gruppe Schnatterenten noch zwei Pfeifenten. Mit tollen Beobachtungen im Gepäck machten wir uns wieder auf den Heimweg ins Solothurnische.

Arbeitstag 18.01.20

Der Arbeitstag mitten im Winter eignet sich besonders gut, um Bäume und Sträucher zu schneiden und überall da kräftig auszuholzen, wo eine zu dichte und hohe Verbuschung unerwünscht ist. Seit Jahren pflegen wir die Hecke hinter dem Fussballplatz, die der Gemeinde Härkingen gehört. Gepflanzt wurde sie vor über 20 Jahren, einige der heutigen Vorstandsmitglieder waren damals als Kinder dabei, als die Gemeinde und die Primarschule die Hecke in einer gemeinsamen Aktion anlegten. Wie immer bei neu gepflanzten Hecken dauert es eine Weile, bis es nach etwas aussieht, irgendwann ist der kräftige Wuchs aber kaum noch zu stoppen. Die Hecke beim Sportplatz ist fast 100m lang und zwischen 10-20m breit, viel Arbeit also.

Da kam es gerade recht, dass der Auflauf an Vereinsmitgliedern hoch war – besonders für den Januararbeitstag. Insgesamt waren 15 Personen anwesend – darunter auch zwei Asylsuchende. Zwei davon machten sich sogleich daran, den Waldlehrpfad im Wald auszuholzen und zu mähen, während alle anderen bei der Sportplatz-Hecke blieben. Die beiden Peter holzten mit der Motorsäge die dichte Hecke kräftig aus, während die anderen das abgeschnittene Holz zu grossen Haufen auftürmten. Zusätzlich wurden mit einem Mäher die jährigen Sprösslinge heruntergeschnitten. Belohnt wurden wir von wundervollen Sonne-Nebel-Wetter, richtiggehend mystisch war die Stimmung zeitweise. Dank den vielen helfenden Händen kamen wir schnell voran und als um 9:30 Uhr die Pause eingeläutet wurde, war das Tagesziel beinahe schon erreicht. Zusammen spazierten wir zum Hauri-Hof, wo wir die berühmten Hauri-Brötchen verköstigten und uns mit einem Kaffee stärkten. Bald darauf ging es weiter und kurz nach 11 Uhr verklangen bereits die Motorsägen. Rund dreissig Minuten später waren auch die letzten Äste weggeräumt und mit Stolz betrachteten wir unser Werk. Vielen Dank allen die dabei waren!

Der nächste Vereinsanlass ist die Winterexkursion an der Zürichsee am So, 16.02.20. Eine schriftliche Einladung folgt per Mail.

Wasseramsel Film 28.11.19

Als das Restaurant Lamm Anfangs 2017 seine Toren schloss, ging damit auch unsere Vortragsreihe zu Ende. Zeitweise hatte der NVVH drei Vortragsabende im Jahr organisiert, später dann noch einer im November. Der letzte war 2016 und hiess „Wundervolles Costa Rica“. Jetzt genau drei Jahre später lud der NVVH die Öffentlichkeit also wieder einmal zu einer Präsentation ins Lamm ein, das anfangs Jahr unter neuem Pächter wiedereröffnet wurde.

Und das Publikum erschien zahlreich. Die 29 Personen führten dazu, dass es in der altgedienten Neuendörfer-Stube überraschend eng wurde. Besonders erfreulich war dabei, dass auch viele Interessierte von ausserhalb des Vereins kamen. Gastreferent war der Winterthurer Beat Schneider, der mit wahnsinniger Geduld und viel Ausdauer das Leben heimischer Wassertiere einfängt. Der Tierfilmer ist Experte für Eisvögel und arbeitet unter anderem für die Fachstelle Naturschutz in Zürich. In Härkingen zeigte er seinen Film „Die Wasseramsel – Sängerin und Taucherin“, der mit einfühlsamen Aufnahmen dem Publikum die anstrengende Aufzucht junger Wasseramseln näher brachte. Besonderes Highlight des Film waren die eindrücklichen Bilder der Unterwasserjagd des Vogel. Dank verschliessbaren Ohr- und Nasenöffnungen, einer halbtransparenten Nickhaut für die Augen, runden Flügeln, schweren Knochen und einer viel grösseren Bürzeldrüse im Vergleich mit anderen Singvögeln, ist die Wasseramsel perfekt an ausgiebige Tauchgänge angepasst. Sie kann sich sogar gehend auf dem Grund von Bächen bewegen und wagt sich selbst in tosende Bäche. Dabei jagt sie Insektenlarven, Krebstierchen und kleine Fische.

Im Anschluss an den Film beantwortete Beat Schneider Fragen aus dem Publikum und zeigte die eine oder andere kurze Filmsequenz, die es nicht in den Film geschafft hatte. In der Wirtschaft wurde der gelungene Anlass schliesslich bei einem kühlen Bier abgerundet.

Beobachtungstipp: Wer selbst gerne einmal Wasseramseln beobachten möchte, kann dies in unserer Region am einfachsten an der Dünnern machen. Gerade im Winter, wenn sich andere Vögel ruhig verhalten, ist an den Gewässern der abwechslungsreiche Gesang der Wasseramsel zu hören. Oft singt sie direkt am Wasser und kann dank der leuchtend weissen Brust einfach ausgemacht werden. Besonders dankbar ist es da natürlich, dass dank den laubfreien Bäumen die Sicht erleichtert wird.

 

 

Foto: © Michael Gerber, Birdlife Schweiz

Weitere Infos finden sich hier in der Medienmitteilung von Birdlife Schweiz, wo erklärt wird, warum die Wasseramsel zum Vogel des Jahres 2017 gewählt wurde.

Arbeitstag 19.10.19

Was war doch das für ein Scheisswetter graunasses Hudelwetter, das bereits beim Aufwachen kräftig an die Fenster trommelte. Dass sich bei diesen Bedingungen der eine oder andere gedanklich entschuldigend nochmals im Bett umdrehte, kann man niemandem verdenken… Dass aber trotzdem 15 Leute um 8 Uhr beim Waldhaus bereitstanden, war umso schöner. Darunter waren auch einige Spezialgäste, namentlich vier Helfer des Pastoralraums Gäu, sowie «unsere» drei Asylsuchende, mittlerweile fester Stamm an den Arbeitstagen. Der Wettergott erbarmte sich ihnen aber vorläufig nicht, bis zum Nussgipfel-Znüni waren alle zumindest stellenweise nass, Ausrüstung hin oder her. Nach der Pause ging es leider im gleichen Stil weiter. Trotzdem wurden beachtliche Arbeiten erledigt, neben klassischen Mäh- und Holzarbeiten im Biotop wurde auch das Dach von Moos und Unkraut befreit und der Boden des Horsts gesäubert. Gerade recht kam da Jonas’ dampfend heisse Kürbissuppe vom Feuer, die das Mittagessen einläutete und den (bei dieser Witterung mehr oder weniger) gemütlichen Teil einläutete. Allen Helferinnen und Helfer ein riesiger Dank für den grossen Einsatz trotz des schlechten Wetters. Als Belohnung liess sich dann am freien Nachmittag die Sonne doch noch blicken, die eine oder andere Regenhose trocknete damit immerhin etwas schneller…

Vereinsreise ans FiBL 22.09.19

Dieses Jahr führte uns die Vereinsreise ins Aargauische Frick an das FiBL (Forschungsinstitut für biologischen Landbau), wo unser Vorstandsmitglied Fabian Baumgartner seit letztem Sommer als Versuchsleiter im Obst- und Beerenbau tätig ist. Das FiBL wurde 1973 gegründet und ist heute eines der führenden Forschungs- und Informationszentren für biologischen Landbau mit fast 200 Mitarbeitenden. Höchste Zeit also für einen Besuch des NVVH.

Das Wetter hätte an diesem goldenen September-Sonntag nicht besser sein können, als uns Fabian nach einer Zugfahrt über Brugg am Bahnhof Frick begrüsste. Sicher auch deswegen fiel der Aufmarsch an NVVH-Mitgliedern so beeindruckend aus. Neben 26 erwachsenen Personen waren auch 6 Klein(st)kinder an der Exkursion dabei. Die Weindegustation, die im Anschluss an die Besichtigung des FiBLs lockte, dürfte aber ebenfalls ihren Teil zum grossen Publikumsinteresse beigetragen haben – eine abschreckende Wirkung kann man ihr auf jeden Fall schlecht unterstellen. Nach einem Spaziergang aus dem Dorf heraus, durchquerten wir Rebberge und erste Anbauflächen des FiBLs. Die verschiedenen Rebsorten und deren unterschiedliche Geschmäcker beeindruckten die Gruppe bereits vor der eigentlichen Führung von Fabian, es wurde eifrig verkostet, gefragt und diskutiert. Im FiBL angekommen, deponierten wir unsere Rucksäcke beim Weinkeller und legten eine Toilettenpause ein, die bei 32 Teilnehmenden und einer Toilette etwas länger dauerte als geplant. Danach führte uns Fabian durch die Obstbauanlagen und erklärte fachmännisch, welche Art von Untersuchungen und Versuchen in den jeweiligen Flächen betrieben wird. Dass etwa bei Kirschbäumen der Regen zu einem massiv erhöhten Risiko für Krankheiten führt und dass – wenn man schädliche Pestizide reduzieren will/muss (es geht schliesslich um biologischen Landbau) – es also am effektivsten und ökologischsten ist, den Regen mittels Planen abzuleiten, damit die Bäume in der heiklen Zeit zwischen Blüte und Ernte nicht dem Wetter ausgesetzt sind. Nach den Kirschbäumen schauten wir uns die Aprikosen an, die sofort durch eine völlig andere Schnittform und Gesamterscheinung auffielen. Warum die Aprikosenbäume in einem 45 Grad Winkel gezogen werden und weshalb die Hanglage dem positiven Ertrag ebenso entgegenkommt, erfuhren die Teilnehmenden genauso, wie die Antwort auf die Frage, wieso wir nächstes Jahr mit einem kleineren Ertrag an Erdbeeren vom FiBL rechnen müssen. Weiter ging es durch Gewächshäuser und neue Versuchsfelder zu den Äpfeln. Die beachtliche Gruppengrösse und die vielen interessierten Fragen aus den Reihen der Vereinsmitglieder liessen die Führung etwas länger als geplant werden, ohne dass sie jemals langweilig geworden wäre. Trotzdem freuten sich alle auf den Apéro, als wir kurz nach 13 Uhr zurück in der Trotte angekommen waren. Neben dem kulinarischen Teil des Apéros, begann nun auch die versprochene Degustation der verschiedenen Weine, die am FiBL gekeltert werden. Es ging vom Le blancs zum Rosé, dann zum Fricker Kerner, weiter mit Chardonnay, Sauvignon Soyhières und Riesling Sylvaner und schliesslich zu den verschiedenen Rotweinen. Unter dem Schatten des Rebendachs vor der Trotte genossen wir das wunderbare Wetter und das gemütliche Beisammensein im Verein, bevor wir uns schliesslich auf den Weg zum Postauto nach Aarau machten.

Vielen Dank Fabian für die kompetente und spannende Führung! Der nächste Vereinsanlass wird in einem Monat am 19.10.19 sein. Es steht bereits wieder der letzte Arbeitstag des Kalenderjahres an, bei dem wir traditionell ein ausgiebiges Mittagessen auftischen und wir je nach Lust, Laune und Arbeit am Nachmittag nochmals anpacken. Treffpunkt ist um 8:00 Uhr beim Horst.