Crex Crex gewinnen Birdrace!

Das Birdrace Team Crex Crex bestehend aus unserem Präsidenten Peter Jäggi, den Vorstandsmitgliedern Patrik Wyss und Lukas Leuenberger, sowie dem Vereinsmitglied Lucas Lombardo, haben bei ihrer 14. Teilnahme am Schweizer Birdrace zum ersten Mal den Gesamtsieg geholt! Damit haben sie sich einen Bubentraum erfüllt! Das Birdrace ist ein Sponsorenlauf, bei dem man in 3er oder 4er Teams 24 Stunden Zeit hat, um möglichst viele Vogelarten zu beobachten. Es findet immer am ersten Septemberwochenende von Fr, 21:00 Uhr bis Sa, 21:00 Uhr statt und wird von Birdlife Schweiz (der Dachverband unseres Vereins) organisiert. Die Route kann selbst gewählt werden, Bedingungen sind aber, dass es sich um Gebiete innerhalb der Schweiz (ausser dem österreichischen Rheindelta) handelt und nur öffentliche Verkehrsmittel bzw. Fahrräder benutzt werden. Auf jede gesehen Vogelarten kann man einen gewissen Geldbetrag setzen, das gesammelte Geld kommt jedes Jahr einem anderen Naturschutzprojekt zu Gute. Die Crexler sammelten über 50.- Fr. pro Art, womit sie mit ihren 135 beobachteten Arten über 7000.- Fr. für den Waldrapp in Marokko eingetrieben haben. Ein grosser Dank gilt an dieser Stelle der Bürgergemeinde Härkingen, die uns seit Jahren mit 5.- Fr. pro Art unterstützt und somit dem Vogelschutz finanziell unter die Flügel greift. Neben den Crexlern war mit den „Gäuschwalben“ ein weiteres Team mit Härkinger Beteiligung (Helena Jäggi) am diesjährigen Birdrace dabei. Auch die Gäuschwalben sind schon seit vielen Jahren beim Birdrace am Start und werden ebenfalls mit 5.- Fr. pro Art von der Bürgergemeinde unterstützt. Sie beobachteten dieses Jahr 95 Arten.

Unter folgendem Link lässt sich die Rangliste finden und der Bericht vom OT kann hier gelesen werden. Nachfolgend ist ein Erlebnisbericht von Lukas Leuenberger aufgeführt.

 

Zum zwölften Mal in Folge gingen wir mit der gleichen Route (Gurnigel – Thuner Allmend – Bern – Kerzers – Seeland – Fanel) an den Start, weil es für das Birdrace eine absolute Top Route ist. Das dem so ist, zeigte sich bereits am Freitagabend kurz nach 21:00 Uhr, als mit dem Waldkauz das erste Kreuz auf unserer Liste gemacht werden konnte. Wir übernachteten in einem Militärschlag im Berghaus, und hatten vor lauter Vorfreude und Nervosität kaum Mühe um 5:00 Uhr bereits am Frühstück zu sitzen und wenige Minuten später in die frische, aber verhältnismässig milde, Morgenluft zu treten. Es war noch vollständig dunkel, nur die Sterne oben am Himmel und Thun unten im Tal glitzerten. Mit dem Fahrrad ging es auf die Wasserscheide hoch und von dort zu Fuss rund 45min Richtung Leiternpass – zwischen dem Gantrisch und der Nünenenfluh – hinauf. Im ersten Licht hörten wir bereits eines der Highlights des Tages: den knorrigen Gesang des Alpenschneehuhns. Es kamen im Minutentakt alpine Leckerbissen wie Mauerläufer, Steinrötel, Alpenbraunelle, Alpendohle, Ringdrossel und Bergpieper hinzu. Bei der Wanderung zurück zu der Wasserscheide erschienen dann auch die ersten kleineren Zugvögel auf unserem Radar, nur das Birkhuhn begann uns langsam aber sicher Sorgen zu machen. Auf unserem Weg zurück kamen uns trotz der frühen Stunde schon dutzende Wanderer entgegen, das prächtige Wetter lockt sie am Wochenende in Scharen auf die wunderschönen Wanderungen der Region. Oft sind die Birkhühner dann bereits verschwunden, aber wir hatten Glück. Als der Weg eine kleine Biegung machte, flogen dahinter ein Birkhahn und zwei Hennen auf und flogen vor der schönen Bergkulisse eine Runde, bevor sich der Hahn prächtig auf einer Fichtenspitze präsentierte. Der Morgen auf dem Berg war einfach perfekt, das Prachtswetter und die gute Windlage bescherte uns beinahe jede Vogelart, die wir in den vergangenen Jahren auf dem Gurnigel gesehen hatten. Unsere Erfahrung aus zwölf Jahren am gleichen Berg spielte uns zusätzlich in die Karten, so dass wir bald auch Birkenzeisig, Zitronenzeisig, Gimpel, Fichtenkreuzschnabel, Waldbaumläufer, Weidenmeise und Bergstelze auf die Liste nehmen konnten. Ein weiterer Vorteil der Gurnigelroute liegt darin, dass die Velofahrt Richtung Thuner Allmend den Talkessel hinab geht, über dem sich die Thermikschläuche bilden, dank denen Greifvögel in guten Zugzeiten zu hunderten den Pass überqueren. Während unserer Talabfahrt über Schotterstrassen zwischen 10:00 und 11:00 Uhr begann oben an uns bereits der Greifvogelzug einzusetzen und wir konnten Fischadler, Baumfalke, Habicht, Sperber und schliesslich sogar noch einen Steinadler auf der Liste abkreuzen. Nach fast einer Stunde Velofahrt erreichten wir Blumenstein im Tal, wo eine Wasseramsel brav auf uns wartete. Rund 9 km rassige Fahrt später kamen wir in der Thuner Allmend an, im Gepäck häufige Siedlungsarten, die man an einem Birdrace aber zuerst einmal sehen muss. Elster, Feld- und Haussperling, Grünfink, Buntspecht, Türkentaube, Rotmilan und andere. In der Allmend wurden wir dann zum ersten Mal mit der Hitze der tieferen Lagen konfrontiert. Für die Vogelbeobachtung ist ein solches Badewetter eher hinderlich, viele Vögel fliegen so hoch, dass man sie vom Boden aus gar nicht sehen kann oder aber sie verstecken sich tief in den Büschen. In der Thuner Allmend mit ihrem sandigen und steinigen Boden ist es gerade zur Mittagszeit deshalb äusserst schwierig, Vögel zu sehen. Trotzdem ist das Gebiet dank vielfältigen Strukturen und Hecken gerade für seltene Kulturlandvögel äusserst wertvoll und fungiert am Birdrace oft als Zünglein an der Waage. So machten wir uns also in der Mittagshitze daran, eine Art nach der anderen aus den Büschen zu klopfen (natürlich nur sprichwörtlich), aber teilweise vergingen 20 – 30 Minuten ohne neuen Vogel und wir spürten zum ersten Mal die Anstrengungen des Morgens. Dank eines Kuckucks, den Peach in einem Busch entdeckte, war aber unsere Euphorie und Motivation innert Sekunden wieder da. Auch sonst lief die Thuner Allmend im Nachhinein betrachtet gar nicht schlecht. Wichtige Birdracearten wie Schwarz- und Braunkehlchen, Neuntöter, Dorn- und Gartengrasmücke, Trauerschnäpper, Erlenzeisig und Girlitz verewigten sich auf unserer Liste. Auf der Velofahrt zum Bahnhof Thun überflog uns der einzige Wespenbussard des Tages, so dass wir uns entspannt in den Zug setzen konnten.

Die halbstündige Fahrt nach Bern nützen wir jeweils zum Essen und Liste führen. Luci, unser Teamchef, machte hinter 88 Arten ein Kreuz – so viele hatten wir noch nie zu diesem Zeitpunkt! In Bern, wo wir normalerweise auf die grosse Schanze jagen, um die Umsteigezeit optimal auszunutzen, konnten wir in diesem Jahr bequem und ohne Stress den Zug wechseln, weil wir die beiden Zielarten – Alpensegler und Felsenschwalbe – bereits am Morgen auf dem Berg abgehakt hatten. In Kerzers empfing uns wiederum äusserst warmes Wetter für anfangs September und wir ahnten schon, dass die Felder im grossen Moos ähnlich schwierig werden würden, wie in der Thuner Allmend. Und so war es dann auch. Weil wir schon sehr viele Arten hatten, wussten wir aber ganz genau, nach welchen Vögeln wir noch Ausschau halten mussten und es gelang uns, viele von ihnen zu finden. Zum ersten Mal überhaupt an einem Birdrace gelang es uns, die Nachtigall nachzuweisen und weitere gute Arten wie Turteltaube, Klappergrasmücke oder Gartenrotschwanz gesellten sich mit ihr auf unsere Liste. Schliesslich fuhren wir im Fanel am Neuenburgersee ein, dem besten Vogelbeobachtungsgebiet der Schweiz. Traditionell schliessen viele Birdraceteams hier ihr Vogelrennen ab und hie und da reicht die Zeit für einen kleinen Schwatz. Auf dem Gemshoger gelangen uns einige wichtige Beobachtungen, wie von Drossel- und Schilfrohrsänger, Bekassine, Knäkente und von acht weiteren Entenarten. Das Fanel ist in seiner Vielfalt an Vogelarten schweizweit einzigartig, viele Arten, die anderorts schwierig zu beobachten sind, gehören hier zur Tagesordnung. Zudem ist das Fanel auch immer wieder für Überraschungen gut, wie beispielsweise der Schwarzstorch, der in einem kleinen Teich nahe des Broyekanals rastete und den wir zum ersten Mal an einem Birdrace sahen. Auf dem Broyedamm hatten sich bereits viele Teams aufgestellt, um bei wunderschöner Abendstimmung die letzten Arten zu beobachten. Der Neuenburgersee hat auch schon mehr hergegeben, trotzdem wuchs unsere Liste kontinuierlich an. Mittelsäger, Schwarzhalstaucher, Bartmeise, Heringsmöwe, Zwergdommel und als weiteres Highlight ein kleines Sumpfhuhn versüssten uns den Abschluss. Die Limikolenausbeute war in diesem Jahr mit fünf Arten allerdings äusserst bescheiden, und ein noch besseres Resultat scheiterte vor allem daran. Statt wie gewohnt bis 21:00 Uhr und somit bis Schlusspfiff des Birdraces auf dem Damm zu verweilen, beschlossen wir im Naturschutzzentrum La Sauge nach den anwesenden Waldohreulen und Schleiereulen Ausschau zu halten. Die Schleiereule hatten wir an ihrem gewohnten Platz in der Fruchtschüür nahe Ins am Nachmittag nicht gefunden. Und so war dann ihr Fauchen für das letzte Kreuz auf unserer Liste verantwortlich, die Waldohreulen wollten sich nicht mehr zeigen.

Beim verdienten Feierabendbier im La Sauge führten wir unsere Liste nach, seit der Zugfahrt nach Bern hatten wir das nicht mehr gemacht. Und so waren wir dann auch freudig erstaunt, als wir auch nach mehrmaligem Auszählen auf 135 Arten kamen. Wir überboten damit unseren Teamrekord um ganze 5 Kreuze und sind bis auf 2 Arten an den Schweizer Rekord der Teams „Birders whitout Borders“ und „ChClub 300“ herangekommen, denen beiden Vogelrennen mit 137 Arten gelangen. Als die anderen Teams an unserem Tisch eintrafen und wir deren Artenzahlen hörten und wir die Nachricht bekamen, dass „Birders whitout Borders“ nicht über 130 Arten herausgekommen sind, wurde uns langsam aber sicher bewusst, dass wir es geschafft hatten. Nach 14 Anläufen haben wir endlich das Birdrace gewinnen können! Wir sind unglaublich stolz und froh und möchten uns an dieser Stelle bei all den Spenderinnen und Spendern bedanken, die unsere Engagement zu etwas Zählbarem für den Vogelschutz gemacht haben! Danke!